Ratgeber
Österreichs Online-Glücksspielmarkt befindet sich im regulatorischen Wandel, wobei der Reformentwurf des Finanzministeriums für 2026 auf eine offene Lizenzvergabe für Online-Casinos und die Durchsetzung von Zahlungssperren abzielt.
18 Oktober 2026
Der im Mai veröffentlichte Glücksspielreformentwurf Österreichs ebnet den Weg für einen offeneren Online-Casino-Markt ab 2027. Das bis zum 15. Juli zur öffentlichen Stellungnahme offene Gesetz würde den Kreis zugelassener Anbieter drastisch erweitern – allerdings mit strengen Zulassungs- und Betriebskontrollen.
Zahlungssperren treffen auf Spielerschutz
Eine der bedeutendsten Maßnahmen im Entwurf ist eine Bestimmung zu Zahlungssperren. Solche Maßnahmen, die verhindern, dass Kunden illegale Wettseiten über lokale Zahlungssysteme finanzieren, haben sich in Europa durchgesetzt, wobei Österreich als Hauptnutznießer gilt.
Der im August zur Überprüfung an die Europäische Kommission übermittelte Gesetzentwurf würde diesen Ansatz erweitern, indem er österreichische Finanzinstitute verpflichtet, Zahlungen an unlizenzierte Glücksspielseiten zu blockieren. Wohlfahrtsverbände und Handelsvereinigungen befürchten, dass Zahlungssperren versehentlich legale Anbieter treffen könnten, doch die Eidgenössische Spielkommission betont, dass ähnliche 2020 umgesetzte Reformen das problematische Glücksspiel reduziert hätten.
Zahlungssperren werden zweifellos einen hohen administrativen Aufwand erfordern, der Kooperation auf Bundes-, Landes- und Unternehmensebene voraussetzt. Konkrete Zeitpläne wurden noch nicht veröffentlicht, doch die Verfasser betrachten dies als oberste Priorität und sehen strenge Schutzmaßnahmen für Spieler auf unlizenzierten Seiten als Voraussetzung für die Marktliberalisierung.
Der österreichische Regulierungsentwurf führt zudem strenge Einzahlungslimits ein, die je nach Berichterstattung zwischen 250 € und 1.680 € pro Woche variieren. Sportintegritätsorganisationen und verantwortungsbewusste Glücksspiel-NGOs werden diese Änderung genau beobachten.
Direkte Anbindung gibt EPS klaren Vorsprung
Ein Faktor für das jüngste Marktwachstum im iGaming-Bereich ist der verstärkte Fokus auf schnellere und sicherere Zahlungssysteme. Ein besonderer Gewinner bisher: EPS, das Austrian Electronic Payment System. Dieser Mechanismus für sofortige Online-Banküberweisungen ermöglicht es Casino-Spielern, Guthaben direkt von jeder österreichischen Bank auf ihr Spielkonto zu buchen.
Die direkte EPS-Anbindung verschafft Zahlungsdienstleistern einen entscheidenden Vorteil auf dem österreichischen Markt. Das System dient als standardmäßige lokale Überweisungsmethode bei win2day, dem staatlichen Lotteriebetreiber, sowie auf Offshore-Seiten.
Paysafecard weiterhin Favorit für kleinere Einzahlungen
Die EU-Entwürfe haben direkte Auswirkungen auf Casino-Zahlungsanbieter mit neuen Fristen und Onboarding-Verfahren, doch einzelne Methoden werden nicht konkret genannt. Als Prepaid-Option wird paysafecard wahrscheinlich die branchenspezifischen Lizenzanforderungen umgehen, wie sie andernorts zu sehen sind.
Paysafecard bleibt beliebt – 9 % der Österreicher haben sie für Online-Transaktionen genutzt, wobei über 80 % der Online-Glücksspieler digitale Methoden bevorzugen. Der Marktbericht des Unternehmens zeigt, dass der lokale Prepaid-Markt 2023 ein Volumen von 5,18 Mrd. US-Dollar erreichte, mit Prognosen von 8 Mrd. US-Dollar bis 2030.
Was kommt als Nächstes?
Mit der Frist für öffentliches Feedback kurz bevor wird beobachtet werden, wie österreichische Gesetzgeber EU-Entscheidungen zu den geplanten Zahlungssperren umsetzen. Branchenverbände könnten bestimmte Bestimmungen anfechten, wie die Pflicht für Banken, Spielerkonten auf unlizenzierte Transaktionen zu überwachen. Konsultationen der Mitgliedstaaten könnten umstrittene Schutzmaßnahmen modifizieren, wodurch etwa Altersgrenzen bedingt statt automatisch wirken würden.
Mit der erwarteten Zunahme an Online-Casino-Lizenzen scheinen streng regulierte Zahlungssysteme gewiss. Während EPS die bevorzugte lokale Banküberweisungsoption zu sein scheint, werden internationale Spieler weiterhin einfache, sichere digitale Transaktionen ohne Schwellenwerte fordern – eine Nachfrage, die keine Anzeichen des Nachlassens zeigt.
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